Rezensionsexemplar
Paracelsus die Fragen der Toten von Eva-Isabel Schmid
Inhalt
Paracelsus und Caspar haben ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen. Während Paracelsus gemeinsam mit Simon immer noch auf der Suche nach der unsterblichen Seele ist und halb Europa bereist, leistet Caspar als Stadtarzt in Basel hervorragende Arbeit. Er ist mit Margret verheiratet und sie haben einen Sohn, Laurenz. Alles könnte so wunderbar sein, nachdem sie die Unruhen und die Vertreibung des Bischofs überstanden haben, doch dann bricht eine Krankheit aus und rafft die Menschen dahin. Die Pest. Caspar ist als Arzt machtlos, dennoch kümmert er sich um die Sterbenden, um ihnen zumindest den Schmerz zu lindern. Als wäre der schwarze Tod nicht genug, beginnen die Menschen einen Schuldigen für die Krankheit zu suchen und werden bald fündig. Die Juden.
Die Wege von Paracelsus und Caspar kreuzen sich wieder, denn Theo wird Professor an der Universität Basel. Zeitgleich passieren in der Stadt mysteriöse Morde.
Figuren
Paracelsus ist absolut nicht mein Lieblingscharakter und auch der Erzählstrang von ihm hat mich nicht begeistert. Zu obskur sind mir seine Handlungen.
Casper hingegen hat mich mit jedem Wort mitgerissen. Er ist das, was einen ausgezeichneten Arzt verkörpert, und ich finde, dass er die liebenswerteste Figur ist.
Ebenso sind Jakob, Margret und Heinz tolle Charaktere. Es gibt hier wieder eine starke Frauenfigur. Esther, die Gemahlin von Jakob und Mutter von Margret.
Aktualität
Ich hätte nie gedacht, dass ein historischer Roman aktuell sein könnte, jedoch sehe ich so viele Parallelen zur derzeitigen Corona Situation. Zwar haben wir das Glück, dass dieses Virus nicht so tödlich ist wie die Pest, aber die Suche nach Schuldigen, die Spaltung der Gesellschaft, das exzessive Leben kann ich in meinem Umfeld beobachten.
Fazit
Mich hat das Buch bis zum vorletzten Kapitel begeistert. Dafür würde ich 10 von 5 Sternen geben. Leider hat das letzte Kapitel absolut nicht meinem Geschmack getroffen und mich verwirrt zurückgelassen. Aber Geschmäcker sind verschieden und ich glaube, es gibt sicher viele Menschen, die dieses Ende schätzen werden.
Paracelsus wurde von der Autorin als Dilogie geschrieben, dennoch hoffe ich auf einen dritten Teil.
